Erweiterung Theodor-Schüz-Realschule

  • Standort: Herrenberg
  • Bauherr: Stadt Herrenberg
  • Fertigstellung: 2001

Die Theodor-Schüz-Realschule ist Teil eines Ensembles von mehreren Schulen und Sporteinrichtungen, die ein eigenständiges Quartier am südlichen Stadtrand bilden.

Das bestehende Gebäude wurde in den Jahren 1974 und 75 errichtet. Um ein zweigeschossiges Atrium gruppieren sich im Obergeschoß Normalklassen und darunter die Spezialklassen, der Lehrer- und Verwaltungsbereich und der Musiksaal. Das quadratische Obergeschoß scheint über dem frei geformten teilweise zurückspringenden Erdgeschoß zu schweben. Sichtbetonfertigteile und gelbe Fensterrahmen zeigen die typische Architektur der Entstehungszeit.

Das Raumprogramm  umfasste 7 Normalklassen, 2 Spezialklassen und einen Lehrerbereich. Dabei war es möglich, durch Umwidmung oder Umbau von Räumen im Bestand optimale Zusammenhänge zu schaffen. Außerdem wurde eine barrierefreie Erschließung der gesamten Schule angestrebt.

Um die beherrschende Silhouette des Obergeschosses möglichst wenig einzuschränken wurde der Anbau eingeschossig auszubilden. Ein Aufzug konnte daher nicht eingebaut werden, aber durch die Lage aller neuen Normalklassen im Erdgeschoß ist es möglich, dass Behinderte an allen Unterrichtsveranstaltungen teilnehmen. Durch die Verbindung zwischen Alt und Neu über einen etwa 12 m langen Verbindungsgang entsteht zwischen den beiden Bauteilen ein neuer Werkhof, der von beiden Seiten aus genutzt werden kann. Die abgesetzte Lage des Anbaues ermöglicht es andererseits jedoch auch, bei wieder sinkenden Schülerzahlen den Neubau vom Altbau zu trennen und separat zu nutzen.

Die Form des Neubaues mit seiner geschwungenen Westfassade antwortet auf die städtebauliche Randlage mit hervorragendem Blick über das Ammertal. Nach innen erzeugt die gebogene Form im Kontrast mit der rechtwinklig ausgebildeten Gegenseite einen spannungsvollen und reich gegliederten Verkehrsraum, der so auch seiner Funktion als Kommunikationsraum gerecht wird. Diese Wirkung wird durch die Überlagerungen der Dachformen gesteigert, die über das entstehende Oberlichtband zusätzlich Licht von oben in die Halle lenkt.

Wegen der kurzen Bauzeit wurde ein Tragwerk aus Stahl und Betonfertigteilen gewählt, das im Werk vorgefertigt werden konnte und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden musste. Alle Innenwände sind nichttragend. Damit ist auch in Zukunft eine flexible Nutzung des Gebäudes möglich. Die Holzverkleidung der beiden Klassenflügel außen setzt sich im Inneren fort und unterstützt dadurch die Innen-Außen-Bezüge die sich im Hallenbereich ergeben. Das Material ist robust, preiswert, ökologisch und schön. Die sich bald einstellende Graufärbung des Holzes ist einkalkuliert und wird zu einer kontinuierlichen Angleichung an den Altbau führen, ohne dass dessen Materialien direkt übernommen wurden. Im Kontrast zu dieser Holzschalung stehen im Inneren die kräftig gefärbten Nebenraumboxen und die in die Klassen führenden Türnischen. Alle anderen Oberflächen treten durch eine zurückhaltende Farbgebung in den Hintergrund.

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