Wohnhaus Herzog

  • Standort: Herrenberg-Mönchberg
  • Fertigstellung: 1996
  • Auszeichnungen:
    „Beispielhaftes Bauen im Landkreis Böblingen 1996 – 2003“

Baugrundstück in Ortsrandlage am Fuß des Schönbuches. Der Bebauungsplan sah einen rechteckigen Baukörper mit Satteldach in einem kleinen Baufenster vor.

Das Raumprogramm schloss, neben einer großen 4-Zimmer-Wohnung eine Einliegerwohnung und einen Büroraum für die Bauherrin ein. Der Wohnraum sollte Küche und Essplatz integrieren und den Charakter eines Lofts haben.

Da nur geringfügige Befreiungen möglich waren, und das gewünschte Raumprogramm für das Baufenster zu groß war, wurde ein Grundriss vorgeschlagen, der durch seine Flexibilität den fehlenden Platz wettmacht. Wohnraum und Schlafzimmer, das Büro und die Kinderzimmer bilden jeweils in sich geschlossene Einheiten, die bei Bedarf abgetrennt werden können. Der Wohnraum wurde nach oben gelegt, um die Aussichtslage und die Ruhe der östlich hangaufwärts anschließenden Obstbaumwiese nutzen zu können. Von dem auf der Westseite über dem Eingang angeordnetem Balkon geht der Blick weit in die Landschaft und hinüber zur Silhouette der Altstadt.

Tragwerk des Wohnraumes ist eine Stahl-Holz-Mischkonstruktion. Die Polenceau-Binder erinnern an alte Fabrikhallen. Sie liegen auf der Ostseite auf einer Stahlbetonwand auf. Auf der Westseite ermöglichen die Pendelstützen eine durchgängige Verglasung. Sie wird auf Höhe des Kämpfers durch Konsolen an den Stützen gehalten. Aus Kostengründen wurden gekoppelte Holzfensterelemente verwendet. Die Verbindung zum Dach erfolgt über eine rahmenlose Verglasung.

Die Außenwände des Hauptbaukörpers wurden mit einer Holzschalung verkleidet. Das in den Hauptbaukörper eingeschobene Schlafzimmer wurde rot gestrichen. Durch die Farbe des Holzes, das dunkle Glas und die rote Farbe der Nebenräume fügt sich das Haus in die Umgebung sehr viel besser ein, als die weiß verputzten Nachbarhäuser.

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